Mittwoch, 14. Januar 2009

Die Demo vom Sonntag in Berlin soll offenbar nicht so israelsolidarisch gewesen sein sowie ein Aufruf zur israelsolidarischen Demo in Bern

Ersteres im Titel Angesprochene schreibt jedenfalls die 'Redaktion Bahamas' - an der sich dieses Blog nach wie vor nahe orientiert. Wer solche 'Freunde' hat, wie die, welche in Berlin die Parole ergriffen haben, der braucht tatsächlich keine Feinde mehr.

Am Samstag - leider ausgerechnet am Schabbat - findet nun auch in Bern eine "Kundgebung für Israel" statt. Dieses Blog unterstützt diese Demonstration und bringt gleichzeitig ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass am Samstag eine wirkliche und absolute israelsolidarische Kundgebung zu sehen und zu hören sein wird. Die Rednerliste nährt diese Hoffnung.

Der Autor dieses Blogs wird voraussichtlich ebenfalls gemeinsam mit hoffentlich vielen israelsolidarischen Menschen - ob Juden oder Nicht-Juden - anwesend sein um gegen den radikal-islamistischen eliminatorischen vernichtungsantisemtischen Dschihadismus zu demonstrieren, welcher der grösste Feind Israels ist und der durchaus mit militärischen Mitteln bekämpft werden muss.

Kommentare:

Protagonist hat gesagt…

Nun gut, man kann zu vielem Ansichten haben, auch seine ganz persönlichen Ansichten zum derzeitigen Gaza-Krieg. Dazu möchte ich aber folgendes schreiben und hoffe, dass dies auch bei den einseitigsten Pro-Israel-Anhängern ein bisschen zum Nachdenken anregt: Das jüdische Volk wurde in der Geschichte in vielen Ländern und leider allzu oft als Bürger mit eingeschränkten Bürgerrechten behandelt - die unaussprechlich schlimmen Geschehnissen vor und während dem zweiten Weltkrieg, welche dem jüdischen Volk angetan wurden, dürfen nie und nimmer in Vergessenheit geraten oder in irgendwelcher Weise relativiert werden. Auch darum hat es mich zutiefst empört, dass die Machthabenden Politiker in Israel leider ins ähnliche Fahrwasser geraten, indem sie den arabisch-stämmigen Israelis ebenfalls in zunehmendem Masse die Bürgerrechte einschränken, Parteien der israelischen Arabern verbieten und diese als lediglich noch geduldete Menschen mit israelischem Pass ansehen. Angesichts der demographischen Entwicklungen in Israel bestünde eine kluge Politik darin, indem man den Palästinensern mit israelischem Pass die offene Hand für ein friedliches Zusammenleben mit gleichen Rechten für alle israelischen Bürgern hinhalten würde, damit diese wachsende Volksgruppe sich in keiner Weise schlechter als andere Ethnien behandelt fühlen müsste. Denn das wäre Rassismus.

Antagonist hat gesagt…

Lieber Protagonist, vielen Dank, dass Du mir, dem Antagonisten, meine persönliche Ansicht zum Gaza-Krieg eingestehst..in dieser ewigen Auseinandersetzung zwischen den Antipoden - hier: der Protagonist und da: der Antagonist - scheinen auch auch an dieser Stelle die Gegensätze unversöhnlich im Raum stehen zu bleiben..

Denn obwohl ich Deiner geschichtlichen Analyse des Antijudaismus und des Antisemitismus zustimme, gilt es dennoch, einen Einwand bezüglich Deines problematischen Vergleiches - wonach die Opfer von damals ihre Lektion von Ausgrenzung nicht gelernt hätten, was dadurch zum Ausdruck komme, dass die arabischen Israelis heute unter einem ähnlichen Ausschluss aus der Gesellschaft zu leiden hätten - anzubringen. Problematisch deshalb, weil der Vergleich darauf hinausläuft, nicht etwa angebliche oder tatsächliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu befördern, sondern weil von vorneherein eine angebliche Gleichsetzung angedeudet wird.

Ich bedauere zwar, dass beispielsweise der Knessetausschuss bezüglich der bevorstehenden Wahlen für arabische Parteien ein Verbot ausgesprochen hat. Diese Entscheidung, die womöglich noch vom obersten israelischen Gerichtshof kassiert wird, war nicht optimal für Israels Demokratie. Ich schliesse mich diesbezüglich dem Kommentar von Clemens Wergin von der 'Welt' an (Link: http://debatte.welt.de/kommentare/107278/kein+guter+tag+fuer+israel). Allerdings müssen auch hierbei die Umstände berücksichtigt werden, die zu diesem Schritt geführt haben: Wie Wergin in seinem Artikel schreibt, sind gerade die Vertreter der arabischen Parteien in Israel für die jüdische Mehrheit oftmals eine "schwer erträgliche Zumutung". Sie stünden "für Separation statt Integration der arabischen Bürger", "allzu oft" würden sie "antiisraelische Propaganda betreiben, die vor allem im arabischen Raum widerhallt" und "zuweilen" würden sie auch "Dinge" sagen, die "in Deutschland als Volksverhetzung gelten würden". Dennoch, und auch hier schliesse ich mich Wergin an, "gehört es zur Größe der israelischen Demokratie, dass die arabische Minderheit zugespitzte und auch ungerechte Kritik üben kann, die Minderheiten in anderen Teilen der Region Kopf und Kragen kosten würde".

Aber von diesem singulären Ereignis, das womöglich noch von der Jusitz rückgängig gemacht wird, auf die Gesamtheit israelischer Regierungsarbeit zu schliessen, ist ein starkes Stück. Eine Gleichsetzung ist also unangebracht, schon alleine deswegen, weil in keinem anderen Land im Nahen Osten die Araber so viele Rechte haben wie in Israel: die Meinungsfreiheit, die Bewegungsfreiheit, die Demonstrationsfreiheit etc. Auch materiell verfügen sie eher über mehr Vorteile als in den benachbarten arabischen Ländern.

Dass es zuweilen eine schroffe Polarisierung zwischen der jüdischen Mehrheit und der arabischen Minderheit gibt, mag man bedauern, ist aber wohl letztlich Ausdruck der vielfach ungerechtfertigten anti-israelischen Haltung der arabischen Minderheit in Israel.

Wie eine kluge Politik im Endeffekt zu gestalten sei, darüber lasse ich die israelischen Politiker entscheiden, die in der Regel die Verhältnisse vor Ort besser einschätzen können als diejenigen Bedenkenträger in Europa, die ihm gerne mit angeblich oder tatsächlich wohlmeindenen Ratschlägen zur Seite stehen wollen. Von "Rassismus" kann also einerseits aus den geschilderten Gründen und andererseits deswegen nicht die Rede sein, weil Israel ein multikultureller Staat ist, in dem Juden aus verschiedensten Weltregionen - Russland, ehemalige Sowjetrepubliken, Afrika, arabische Welt, Nord- und Südamerika, Europa - zusammenleben und darüber hinaus auch Menschen aus anderen Religionsgemeinschaften, wie z.B. Moslems, in der Regel - insbesondere wenn sich Israel nicht im Krieg befindet - relativ friedfertig integriert sind.