Sonntag, 25. Januar 2009

Da sind sie wieder, die debilen Vollhonks des linken Parlamentarismus

Da sind sie wieder, die debilen Vollhonks des linken Parlamentarismus: "Schweizer Parlamentarier sind entsetzt über Zerstörungen in Gaza". (Link)

Ich dachte ja eigentlich, dass sich die Linke in der Schweiz mittels Daniel Vischer, Geri Müller, Joe Lang und Josef Zysiadis mittlerweile bereits ausreichend zum linken Israelhass bekannt hat. Aber offenbar gibt es von diesen Spinnern im linken politischen Spektrum noch etliche mehr. Wer, um Himmels Willen, sind denn Jean-Charles Rielle, Antonio Hodgers und Carlo Sommaruga? Von den zwei ersten anti-israelischen Denkfeinden habe ich jedenfalls noch nie etwas gehört oder gelesen. Vermutlich handelt es sich dabei einfach um ein paar linke Israelhasser mehr.

By the way: Der anti-israelische 'Tages-Anzeiger' bringt ja jeden Samstag das 'Magazin' heraus. Gestern widmete sich die Ausgabe offenbar dem Gazakrieg und veröffentlichte zwei einigermassen lesenswerte Artikel.

Es handelt sich dabei um ein Interview mit dem israelischen Historiker Benny Morris, der aufgrund seiner in Israel kritisch betrachteten, aber wichtigen Arbeiten, die vom verklärten Gründungsmythos Israels handeln, zu den sogenannt 'neuen Historikern' zählt. Andere 'neue Historiker', etwa beispielsweise Ilan Pappe, werden von als 'Israelkritikern' getarnten Antisemiten oftmals gerne als jüdische Kronzeugen für ihre Ressentiments eingespannt. Im Unterschied zu den anderen 'neuen Historikern' grenzt sich Benny Morris immerhin mittlerweile dadurch ab, dass er kaum mehr an den Friedenswillen des palästinensischen 'Partners' glaubt. Dies und anderes bringt er im Interview zur Sprache. Es ist darüber hinaus amüsant zu sehen, wie die 'Magazin'-Journalisten versuchen, Benny Morris teilweise mit Suggestivfragen doch noch dazu zu bringen, Israel als fürchterlichen Terrorstaat zu bezeichnen, der am Leid der Palästinenser und am Unfrieden verantwortlich sei ("Aber kam das Angebot von Camp David nicht reichlich spät? Die Israeli sprachen erst nach Gebietsgewinnen von 50 Prozent von einer Zweistaatenlösung, während die Palästinenser seit 1948 über die Hälfte ihrer Gebiete verloren hatten." Oder: "Das Angebot war ihm einfach zu schlecht. Sie müssen doch verstehen, dass er das Maximum herausholen wollte." Oder: "Man kann das nicht verallgemeinern. Nur Wahnsinnige würden am liebsten alle Juden vertreiben." Oder: "In Camp David wurde ihnen nur 21 Prozent des ursprünglichen Gebietes von Palästina angeboten, den Israeli jedoch 79 Prozent. Israel hat sein Gebiet nach dem gewonnenen Krieg von 1967 massiv vergrössert, die eroberte Westbank und die Golanhöhen nie mehr zurückgegeben." Oder: "Wenn man sich die brutale Gewalt der israelischen Armee vor Augen führt, dann sieht es nicht so aus, als würden die Israeli die Palästinenser weniger hassen als umgekehrt." Oder: "Können Sie den Hass der Palästinenser auf Israel nicht verstehen?" Oder: "Die Palästinenser sind ein extrem armes Volk. Und daran ist vor allem Israel schuld." Oder: "Israel-Kritik wird zuweilen als Antisemitismus missverstanden." Oder: "Ja, es gibt noch Antisemitismus in Europa. Aber es stimmt doch, ohne den Staat Israel gäbe es im Nahen Osten weniger Probleme." Oder: "Trotzdem, war es nicht naiv, einen kleinen jüdischen Staat inmitten einer feindlich gesinnten Umgebung zu gründen?" Oder: "Die israelische Armee bombardiert mit Kampfflugzeugen Gaza und nimmt damit den Tod von vielen Zivilisten in Kauf. Wie viel Wert ist denn den Israeli ein Leben?" Oder: "Die Hamas denkt nicht so uniform. Es gibt Mitglieder, die durchaus mit Israel verhandeln würden." Oder: "Aber es ist doch Israel, das sich weigert, mit der Hamas zu reden. Das Land lehnt jede Verhandlung kategorisch ab. Sogar Barack Obama erwähnte die Möglichkeit, dass man Gespräche mit der Hamas in Betracht ziehen müsse.")

Das Interview gibt es hier: "Ein Land wie jedes andere" (Link)

Einen Kommentar des 'Magazins' findet man hier: "Die Freunde Palästinas" (Link)

Immer wieder traurig ist es zudem, die Leserkommentare zu lesen. Beim letzterem verlinkten Text wird der Autor auch von solchen kritisiert, die ihm ansonsten offenbar wohlwollend gesinnt sind ("Normalerweise schätze die scharfsinnigen Artikel von Daniel Binswanger. Diesmal kann ich seine Meinung jedoch überhaupt nicht nachvollziehen.") Dies verwundert nicht wirklich, handelt es sich bei denjenigen, welche die Meinung des Autors "diesmal" nicht teilen, doch offensichtlich um als 'Israelkritiker' getarnte Antisemiten.

Wie dem auch sei: Den militärischen Krieg hat Israel gewonnen, den Krieg der Meinung vermutlich nicht, auch wenn jetzt bereits westliche Journalisten berichten, dass sich die Opferzahlen, nicht wie bisher von unbestätigten palästinensischen Quellen kolportiert wurde, auf bis zu 1'300, sondern vielleicht bis auf 500 oder 600 belaufen (Link). Auch Ulrike Putz - während des Gazakrieges konnte man meinen, dass sie eine eigentliche Pressesprecherin der Hamas bei 'spiegel online' sei - scheint mittlerweile zu realisieren beginnen, welcher Partei sie während des Krieges zumindest teilweise latent und/oder offen das Wort geredet hat: einer klerikal- bzw. islamofaschistischen Terrororganisation, welche die eigenen Landsleute regelrecht auf offener Strasse hinrichtete (Link). Dazu scheint ein Artikel derselben Ulrike Putz auch anzudeuten, dass die angeblich zivilen Einrichtungen und Häuser der Bewohner des Gazastreifens vielleicht doch nicht ausschliesslich zu zivilen Zwecken benutzt worden sind (Link). Aber auf diese Idee dürften die linken Israelhasser, die den Gazastreifen momentan besuchen, wohl nicht kommen - sie wollen dann doch lieber Schauermärchen über die bösen Israeli, erzählt von arabischen Märchenerzählern, Glauben schenken ("Die Berichte der Augenzeugen «liessen uns das Blut gefrieren").

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sehr geehrter Schreiber,



mit einiger Beunruhigung lese ich Ihre Artikel, Besorgnis, die nicht zuletzt darin begründet ist, dass viele Ihrer „Texte“ faschistoide Strukturen aufweisen. Gehaltlose Hassreden, wie Sie von Ihren "Feinden" gehalten wurden.

Antagonist hat gesagt…

Spannend.

Und falls Sie noch die Güte haben sollten, diese sogenannten "faschistoiden Strukturen" aufzuzeigen, wäre dies sicherlich nicht verkehrt. Ansonsten: wohlfeile abenteuerliche Thesen dürfen Sie auch anderswo im Netz verbreiten, z.B. auf Tages-Anzeiger- und/oder NZZ-Online, auf dem Forum der 'Weltwoche' und auf vielen anderen Blogs. Allerdings haben Sie hier den Vorteil, für den die Höllensturz-Redaktion als Verfechterin des freien Wortes eintritt, dass nichts zensuriert wird. Jedenfalls solange nicht, wie es die Redaktion nicht für nötig hält..

Ein Beispiel, wo die Höllensturz-Redaktion möglicherweise die Diskussion abbrechen dürfte, sind Vergleiche bzw. Gleichsetzungen Israels mit Hitlerdeutschland und/oder Warschauer Ghetto-Analogien. Allerdings wird dies die Redaktion, sollte es einmal soweit sein, fallweise entscheiden. Nur, damit Sie nicht sagen können, es hätte Sie niemand informiert.

Und nun: Halluzinieren Sie bitte weiter.