Donnerstag, 24. Dezember 2009

Jöh-Effekt und Ideologie: Der Klimawahnsinn beim Schweizer Staatsfernsehen treibt immer seltsamere Blüten

Das Schweizer Staatsfernsehen, das mit Zwangsgebühren finanziert wird, ist klimapolitisch am Puls der Zeit und übt daher oftmals die Funktion des medialen Lautsprechers der Klima-Alarmisten aus. Als wäre der 'Climategate' genannte Forschungsskandal in der Klimawissenschaft nie geschehen, verbreitet das Staatsfernsehen als Multiplikator medial vermittelter Inhalte weiterhin unwidersprochen ideologische Wissenschaftsimitation.

Die Pseudo-Wissenschaftlichkeit erreichte ihren Tiefpunkt mit der gestrigen 'Rundschau'. Das Staatsfernsehen instrumentalisierte für ein mehrminütiges Gespräch über den Klimawandel und seine möglichen Folgen Kinder. Sie seien die Leidtragenden der Klimakatastrophe, die sich anbahne. Die Instrumentalisierung von Kindern, die im Zusammenhang mit dem Klimawandel nicht zuletzt auch über Eisbären und ihre wegschmelzende natürliche Lebensgrundlage zu sprechen kommen, ist aus einer medienkritischen Sicht mit dem sogenannten 'Jöh-Effekt' zu erklären: Reizende Kinder sprechen über putzige Tiere. Was dabei nicht weiter auffällt: Die Wortbeiträge der Kinder sind ideologisch durchsetzt. Wenn der kleine Tunichtgut etwa davon spricht, dass man so schnell wie möglich die Atomkraftwerke abstellen oder in Zukunft die Autos verbieten solle, so ist dies wohl kaum als ein Resultat eines ernsthaften Denkprozesses über das komplexe Thema des Klimas und des Klimawandels zu werten, sondern eher als eine Reproduktion des Anti-AKW- und des Öko-Wahnsinns in den Begriffen und der Sphäre des politischen Fernsehens.

Hier ist das Gespräch des Staatsfernsehens in voller Länge zu sehen:

Rundschau vom 23.12.2009

Das Bedürfnis nach Selbstinfantilisierung der bürgerlichen Gesellschaft scheint also ungebrochen zu sein. Dabei wäre das komplexe System des Klimas durchaus ein Thema, das mit gebotener Ernsthaftigkeit und wissenschaftlicher Strenge analysiert und diskutiert werden kann.

Kommentare:

Daniel Jungo hat gesagt…

Der Tiefpunkt wurde bereits am Vortag erreicht:

http://videoportal.sf.tv/video?id=42b8e890-721a-4b08-a964-1d6d559e379b&referrer=http%3A%2F%2Fwww.sf.tv%2Fsendungen%2Fkassensturz%2Findex.php

Antagonist hat gesagt…

Diesen israel’kritischen’ Beitrag des Nahost-Korrespondenten André Marty für den 'Kassensturz' - der empörungsbewirtschaftenden Sendung für den kleinen Mann von der Strasse - habe ich noch gar nicht gesehen.

Ich wusste daher nicht, dass beim ‚Kassensturz’ nun auch aussenpolitische Themen behandelt werden. Aber gut: Die Moderatoren sind ja auch bekannt dafür, in aussenpolitischen Fragestellungen versiert zu sein..

Der Beitrag André Martys ist vor diesem Hintergrund einmal mehr ein Beweis dafür, dass die sich israel’kritisch’ wähnende Medienarbeit den Furor des Antisemitismus in den Begriffen und der Sphäre des Politischen reproduziert. Es ist nämlich alles andere als eine Überraschung, dass solch ein Beitrag nicht etwa über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen von südasiatischen Gastarbeitern in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder von der modernen Sklaverei im Sudan handelt, sondern von den prekären Arbeitsbedingungen palästinensischer Arbeitskräfte in den umstrittenen Gebieten. Wen der Israel’kritiker’ Marty in diesem Zusammenhang von „rechtlichen Problemen“ schwadroniert, dann meint er damit eigentlich nur, dass man nicht beim Juden beziehungsweise nicht beim Siedler kaufen sollte (vgl. hierzu auch folgenden Artikel von ‚Lizas Welt’: „Kauft nicht beim Siedler!“ http://www.lizaswelt.net/2009/11/kauft-nicht-beim-siedler.html)

Es ist immer wieder das gleiche, aber äusserst wirkungsvolle Vorgehen: Israel’kritiker’ vom Schlage eines André Marty suchen nach einem Vorwand, um den jüdischen Staat Israel zu delegitimieren, zu dämonisieren und mit doppelten Standards zu messen. Hat man endlich ein vermeintliches Corpus Delicti gefunden, setzt man den jüdischen Staat in der Primetime – trotz Mangel an Beweisen – auf die Anklagebank. Es interessiert die Israel’kritiker’ nicht, dass das israelische Unternehmen beteuert, die Datteln aus Israel und den umstrittenen Gebieten nicht zu mischen. Man geht davon aus und suggeriert dies auch mit bedrohlicher Musik im Beitrag, dass die frechen Judenlümmel ohnehin nicht mehr glaubwürdig sind. Die Glaubwürdigkeit der palästinensischen Gewährsleute setzt man derweil automatisch voraus. Das Produkt eines solchen ‚Qualitätsjournalismus’ genannten israel’kritischen’ bzw. antizionistischen bzw. antisemitischen Ressentiments ist der nach wie vor weit verbreitete virulente Antisemitismus in Europa.