Montag, 2. Mai 2011

Freitag, 25. Februar 2011

Honi soit qui mal y pense

Folgende Auszüge aus einem 'Spiegel online'-Bericht über die vermutlich letzten Tage des Despoten Muammar Gaddafi:

"Penibel hat Mustafa in der Leichenhalle des Krankenhauses die Toten gefilmt. Mehrere von ihnen haben Kopfschüsse, direkt zwischen den Augen. Die Aufnahmen, von denen es mittlerweile viele gibt, belegen, dass die Gerüchte über Scharfschützen, die gegen die Demonstranten eingesetzt werden, wahr sind. "Gaddafi hat seinem eigenen Volk den Krieg erklärt", sagt Mustafa, "jeden Tag begehen seine Getreuen Kriegsverbrechen gegen uns, und die gesamte Welt schaut tatenlos zu."

Mustafa fleht die anwesenden Fernsehjournalisten an, die Bilder auch im Westen zu verbreiten. Dort, sagt er, müssten die Regierungen endlich begreifen, dass das libysche Volk dringend Hilfe brauche. Er lässt ein anderes Video laufen. Vor dem Krankenhaus sind mehrere Jeeps zu sehen. Auf ihnen afrikanische Söldner in verschiedenen Uniformen, die durch eine Ansammlung von Menschen fahren. Immer wieder schießen sie in die Luft - aber auch auf die Demonstranten.

Nicht nur für Mustafa sind diese Bilder der Beleg, dass Gaddafi - nachdem große Teile der Armee zu den Regimegegnern übergelaufen sind - tatsächlich Tausende skrupelloser Söldner ins Land gebracht hat, um den Protest mit tödlicher Gewalt niederzuringen." (Quelle: 'Spiegel online')

Diese grausamen Berichte zeigen, dass ein militärisches Eingreifen von aussen in antifaschistischer Mission nun unmittelbar Not tut. Da Europa, das die Geister nun nicht mehr los wird, die es gerufen hat, einmal mehr im Abseits steht und etwa die Deutschen (und im Speziellen die Sozialdemokraten), die nach den Italienern mit zu den schlimmsten Kollaborateuren des Gaddafi-Regimes gehören, lieber über Belanglosigkeiten wie plagiierte Doktorarbeiten streiten, sind nun endlich die Vereinigten Staaten von Amerika gefordert. Der ideologisch durch und durch europäisierte US-Präsident Barack Hussein Obama muss nun endlich, nachdem er sich gestern zum ersten Mal überhaupt moderat und beschwichtigend, also europäisch, zur Lage in Libyen geäussert hat, handeln und den antifaschistischen US-Streitkräften den Befehl erteilen, Libyen von der faschistischen Diktatur Muammar Gaddafis zu befreien. Die 40 Schiffe, 175 Flugzeuge und 21'000 Mann starke sechste US-Flotte, die im Mittelmeer stationiert ist, muss gezielte Bombardements gegen die Gaddafi-Institutionen fliegen, zur See die Gaddafi-Institutionen ins Fadenkreuz nehmen und schliesslich zu Lande die Gaddafi-Schergen und den Gaddafi-Clan kampfunschädlich machen und vor US-Gerichte überantworten wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

'Spiegel online', eine der vehementesten Stimmen im deutschsprachigen Raum gegen den antifaschistischen Krieg gegen den Irak Saddam Husseins, konstatiert:

"So intensiv wie Gaddafi hat wohl zuvor nur Saddam Hussein im Irak versucht, die Wahrheit über sein Land zu zensieren. (...) Mit einem letzten brutalen Gegenschlag, das jedenfalls befürchten die Oppositions-Komitees im Osten des Landes, will sich Gaddafi möglicherweise ein letztes Mal gegen die Revolte aufbäumen."

Wenn nun sogar 'Spiegel online' endlich den Schurken Gaddafi durchschaut hat, müssten eigentlich praktische Konsequenzen folgen.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Zur Lage im Schurkenstaat Libyen

Der Umbruch im Schurkenstaat Libyen vollzieht sich, wie es zu erwarten war, leider sehr gewalttätig und blutig. Wie 'Welt online' auf dem Live-Ticker berichtet, spricht der luxemburgerische Aussenminister gar von einem "Völkermord". Augenzeugen berichten gemäss 'Welt online' davon, dass die Schergen des Diktators Gaddafi auf "Zivilisten und Kinder schiessen" würden.

Dass Gaddafi ein übler Schurke ist, wird mit diesen Ereignissen einmal mehr manifest. Eine neue Erkenntnis allerdings ist dies keineswegs. Er war schon damals ein übler Schurke, als ihn die europäische Linke - allen voran der Sozialdemokrat Jean Ziegler -, die europäische Rechte - allen voran der nationale Sozialist Jörg Haider -, die europäischen Regierungen - allen voran Italien, Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und eine lange Zeit lang auch die Schweiz - und die 'internationale Gemeinschaft' - in Form der Uno und insbesondere des Uno-Menschenrechtsrates, in dem Libyen eine wichtige Rolle inne hatte - hofiert und salonfähig gemacht haben.

Nur die USA haben Gaddafi bereits in den 80er-Jahren in einem Akt tätigen Antifaschismus als den antisemitischen und anti-amerikanischen Tyrannen ins Fadenkreuz genommen, der er ist, als Ronald Reagan den Gaddafi-Palast in Tripolis bombardieren liess.

Nun allerdings werden wir Zeuge, wie das politisch in jeglicher Hinsicht diskredidierte alte Europa (und mit ihm die politisch in jeglicher Hinsicht denunzierte europäische Linke - die natürlich einmal mehr schweigt zu den barbarischen Vorgängen im Schurkenstaat Libyen) einmal mehr versagt, im benachbarten Nordafrika Barbarei, Mord und Totschlag Einhalt zu gebieten.

Da sich die USA seit dem Amtsamtritt der Obama-Administration diese europäische Appeasement-Politik angeeignet haben und sich dementsprechend vornehm zurückhalten aus dem Hinterhof von Old Europe, ist von den USA leider auch nicht mit einer antifaschistischen (militärischen) Intervention wie seinerzeit in Afghanistan und in Irak zu rechnen. Man möchte dem amerikanischen Commander in Chief zurufen: Nehmen Sie sich ein Vorbild an Ihrem Amtsvorgänger, dem Man of Peace, und entsenden sie Ihre Truppen zur Befreiung Libyens vom Joch der Gaddafi-Diktatur!

Donnerstag, 20. Januar 2011

Bonne chance, Tunisie libre!

Der Nahe Osten brodelt. Werden wir Zeuge einer wahrhaft historischen Zäsur, vergleichbar mit dem Kollaps der Sowjetunion und dem Untergang des real existierenden Sozialismus 1989 ff.? Wie es schon Thomas von der Osten-Sacken in seinem sehr lesenswerten 'Jungle World'-Artikel 'Die kommenden Aufstände' geschrieben hat, ist "keine andere heutige Region der Welt objektiv so reif für einen grundlegenden Wandel" wie der arabische / islamische Raum. Wird Tunesien 2011 zum Ausgangspunkt der demokratischen Revolution im Nahen Osten, einhergehend mit einer ultimativen Einforderung der Individuuen nach den universell geltenden Menschenrechten? Für die geknechteten Menschen in den arabischen / islamischen Despotien ist dies unbedingt zu hoffen. Dass die Linke - bis auf wenige Ausnahmen - derweil einmal mehr schweigt zu den wahrhaft revolutionären Vorgängen in Tunesien, die hoffentlich die bestehenden Unrechtsregimes in der gesamten Region ein für alle Mal hinwegfegen, überrascht nicht.

Was 2003 im Irak noch durch den antifaschistischen Krieg der USA gegen das faschistische Baath-Regime und den Irak Saddam Husseins seinen Anfang nahm, 2009 im Iran zu den grössten - vorläufig leider gescheiterten - Aufständen gegen die 'islamische Revolution' führte, scheint sich nun in Tunesien zu wiederholen: Die Entsorgung eines verhassten Regimes auf dem Müllhaufen der Geschichte.

Der Nahe Osten wird, wenn hoffentlich in ein paar Jahren rechtsstaatliche Strukturen die Beziehungen zwischen den Menschen untereinander und zwischen dem Staat und seinen Bürgern regeln, wenn demokratische und freie Wahlen möglich sein werden, über die eine freie Presse kritisch berichten wird, wenn Mahmoud und Hassan nicht mehr um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie sich gegenseitig ihre Liebe versichern und wenn Fatma ihre Sexualität offen und selbstbewusst ausleben kann, ohne dass ein religiöser Sittenwächter über ihre Libido zu Gerichte sitzen wird, wenn Handel, Tourismus und der kulturelle Austausch mit Israel selbstverständlich sein wird, wenn die Wissenschafter Lösungen zu den drängendsten Problemen der Welt beisteuern werden, wenn die Religion privatisiert und zivilisiert wird und in den Moscheen, in denen die Geschlechtersegregation längstens aufgehoben sein wird, auch einmal ein ironischer Spruch über den Propheten fallen wird, wenn die Länder der islamischen und arabischen Welt in den einschlägigen Entwicklungsindices längst zum alten Europa aufgeschlossen haben werden, wenn Sportler aus der islamischen Welt an den internationalen Titelkämpfen um Medaillen mitspielen werden und wenn die Potentaten längst abgeurteilt sein werden und die mit ihnen fraternisierenden Linken im alten Europa längst jegliche Bedeutung und Relevanz verloren haben werden, hoffentlich ein anderer sein, in dem Demokratie, die universellen Menschenrechte, das Primat des Individuums vor dem Kollektiv hochgehalten und in welchem Prosperität und Wohlstand herrschen werden.

Bonne chance, Tunisie libre
!

Montag, 27. Dezember 2010

Die EU und die sogenannte internationale Gemeinschaft als eingeborene Feinde des jüdischen Staates Israel

Normalerweise werden ausrangierte europäische Politiker und Politikerinnen, nach denen kein Hahn mehr kräht, ja nach Brüssel oder nach Strasbourg geschickt.

Gelegentlich allerdings erheben sie ihre Stimme, um sich - wie im vorliegenden Fall - gemein zu machen mit dem Wahn des Weltsouveräns, der in der Form der sogenannten 'internationalen Gemeinschaft' zuvördest den jüdischen Staat Israel attackiert.

Die "Elder Statesmen" jedenfalls reflektieren die unrühmliche Rolle, welche die EU im sogenannten Nahost-Konflikt spielt - etwa die grosszügige finanzielle Unterstützung des bunten Treibens der palästinensischen Autonomiebehörde und der palästinensischen Massen im kämpfenden Palästina ("Unsere Gruppe möchte betonen, dass die EU in den vergangenen zwei Jahrzehnten sehr substantielle Investitionen in den Aufbau der Fundamente einer Zwei-Staaten-Lösung getätigt hat - nicht zuletzt mit dem Geld von EU-Steuerzahlern") - sehr treffend.

Dienstag, 19. Oktober 2010

The history of the decline and fall of Old Europes internal market

"Die Europäische Union (EU) sollte einmal die wettbewerbsfähigste Region des Globus werden. Doch von dem ehrgeizigen Ziel der Lissabon-Agenda ist die Alte Welt weit entfernt. An der Börse fallen die Länder Europas immer weiter zurück. Vor allem die Eurozone ist extrem schwach vertreten, obwohl gerade deren Ziel die Schaffung eines starken Binnenmarktes war." (Link)

Tja, so kann's gehen ...

Sonntag, 10. Oktober 2010

Ein Künstler und sein notwendig falsches Bewusstsein von der Verfasstheit der Welt

"Die ganze Polemik gegen die sachlichen, abstrakten Verhältnisse der Geldbeziehung gibt es auch in Amerika, sie bleibt aber marginal." (Zitat)

Oliver Stone, Avantgarde-Figur der amerikanischen "Polemik gegen die sachlichen, abstrakten Verhältnisse der Geldbeziehung" und der sich unter seinesgleichen besonders wohl zu fühlen scheint, der noch vor kurzem "Hitlers" sogenannte "andere Seite" hervorzukehren versuchte und überall in den USA die "jüdisch dominierten Medien" am Werk sah, über seinen neuen und total kapitalismuskritischen Film "Wall Street: Money Never Sleeps".

Zugleich wärmt er die weltbewegende These des amerikanischen Untergangs auf - eine These, welche die Hugo Chávez', Mahmoud Ahmadinejads, Fidel und Raúl Castros, Daniel Ortegas, Evo Morales, Kim Yong-ils und Kim-Yong-uns, Gerhard Schröders, Wladimir Putins und Jacques Chiracs dieser Welt sicherlich teilen.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Die Verhüllung als Waffe des Jihads

Der von den Jihadisten entfesselte Heilige Krieg gegen den demokratischen, säkularen und mehr oder weniger vernünftig eingerichteten Westen soll nun, wenn es nach der Mörderbande Al-Kaida geht, auch von den in Europa lebenden Musliminnen mit der Waffe der Burka ausgefochten werden.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Die Krise als Normalzustand

Die 'Neue Zürcher Zeitung' beschäftigt(e) mit Urs Schoettli - neben dem ebenfalls in unregelmässigen Abständen in der 'NZZ' publizierenden Florian Coulmas - wahrscheinlich einen der ausgewiesensten (Ost-)Asienexperten im deutschsprachigen Raum (in diesem Falle scheint mir die Zuschreibung 'Experte' für einmal wirklich angebracht zu sein). Erkenntnisreich waren seine zahlreichen, mit Hintergrundinformationen reich befrachteten Artikel über das Leben in Japan, der - neben Südkorea - dank der Pax Americana einzigen wirklich rechtsstaatlich verfassten Demokratie in (Ost-)Asien.

Das Erfahrungswissen der 'NZZ' über Japan ist also traditionell sehr ausgeprägt. Im heutigen Feuilleton wird diese Tradition fortgesetzt. Der Artikel "Leben im japanischen Winter - Wie man die Krise zur Lebensform macht" beleuchtet detailliert die Gestehungsbedingungen des sogenannten 'verlorenen Jahrzehnts' in Japan und den Umgang mit bzw. die Verwaltung von (ökonomischen) Krisen.